- Kfz-Versicherung schreibt nach den Verlusten der Vorjahre 2025 wieder schwarze Zahlen – auch dank eines günstigen Elementarschadenverlaufs
- Ausblick 2026: MSK erwartet mit einer Schadenkostenquote von 96,3 % weiterhin ein positives Ergebnis für den Gesamtmarkt. Sowohl Kraftfahrt-Haftpflicht (95,2 %) als auch Kasko (97,6 %) bleiben voraussichtlich profitabel.
- Die weiterhin deutlich über der allgemeinen Inflation liegende Entwicklung der Schadenkosten bleibt eine zentrale Herausforderung für die Branche
Die deutsche Kfz-Versicherung hat sich 2025 deutlich erholt. Nach den Verlusten der Vorjahre, schätzt MSK die endabgewickelte Schadenkostenquote auf 95,2 %. Damit verbleibt nach abschließender Regulierung der Schäden ein positiver versicherungstechnischer Ergebnisbeitrag. Dabei zeigt sich jedoch ein heterogenes Bild. Während viele Unternehmen den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft haben, lagen einige nach wie vor bei Schadenkostenquoten von über 100 %.
„2025 war für die Kfz-Versicherung ein Jahr der Erholung. Die deutlichen Beitragsanpassungen haben Wirkung gezeigt und wurden durch einen günstigen Schadenverlauf unterstützt“, sagt Ralf Assenmacher, leitender Berater bei MSK und Experte für Reservierung. „Insbesondere die Belastung aus Hagel und anderen Elementarschäden war deutlich geringer als in den Vorjahren. Aber auch abseits der Elementarschäden zeigte sich im Jahr 2025 eine leicht rückläufige Tendenz in den Schadenhäufigkeiten, wie man es zu Zeiten vor den Verwerfungen aus der COVID19-Pandemie gewohnt war.“
Für 2026 erwartet MSK eine endabgewickelte Schadenkostenquote von 96,3 % im Kfz-Markt. Sowohl KH (95,2 %) als auch Kasko (97,6 %) verbleiben profitabel. Grundlage der Prognose sind eine sich normalisierende Elementarschadenbelastung, eine weiterhin hohe, zum Vorjahr vergleichbare Schadenteuerung sowie ein erwarteter Anstieg der mittleren Beiträge von 5,2 % in KH und 7,0 % in Kasko.
Sorgen bereitet nach wie vor die Schadenteuerung. In Kraftfahrt-Haftpflicht lag die anhand der mittleren Schadenhöhen gemessene Teuerung in 2025 mit etwas über 7 % deutlich höher als die allgemeine Inflation gemäß Verbraucherpreisindex. Auch die unterjährigen Zahlen für 2026 deuten bislang nicht auf eine Entspannung hin.
Der Ergebnispuffer wird 2026 kleiner. Entscheidend wird deshalb sein, wie sich die Schadenkosten weiterentwickeln. Gerade bei Ersatzteil- und Reparaturkosten reicht der Blick auf die allgemeine Inflation nicht aus. Versicherer müssen die tatsächliche Entwicklung ihrer Schadenkosten eng beobachten und in Pricing und Reservierung berücksichtigen.
„Die aktuellen Marktzahlen bieten daher nur bedingt Grund zur Entspannung. Gerade bei der Schadenteuerung ist es entscheidend, die eigene Schadenentwicklung im Verhältnis zum Markt im Blick zu haben“, sagt Carina Götzen, Geschäftsführerin von MSK. „Wer seine Schadenkosten, Schadenhäufigkeiten und Schadenhöhen kontinuierlich mit dem Markt vergleichen kann, schafft eine wichtige Grundlage für belastbares Pricing und eine angemessene Reservierung. Zugleich gewinnen solche Marktvergleiche auch mit Blick auf die Anforderungen der Wohlverhaltensaufsicht an eine nachvollziehbare Produkt- und Tarifsteuerung an Bedeutung.“
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Verfügbarkeit aktueller Marktdaten weiter an Relevanz. MSK baut daher einen Kfz-Datenpool für den deutschen Markt auf, der die Schadenentwicklung der teilnehmenden Versicherer monatlich mit der Marktentwicklung vergleichen soll. Damit sollen Veränderungen bei Schadenhäufigkeiten, Schadenhöhen und Schadenteuerung zeitnah sichtbar werden.
„Gerade bei einer weiterhin hohen Schadenteuerung ist Geschwindigkeit entscheidend.“, sagt Dennis Heinig, leitender Berater und Projektleiter der Kfz-Datenpools bei MSK. „Mit der monatlichen Aktualisierung wollen wir Entwicklungen im eigenen Bestand und im Markt möglichst früh sichtbar und vergleichbar machen.“
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