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  • Stark steigende Eigenmittel führen zu einem Sprung in der Bedeckung.
  • Ursachen vor allem ausbleibende Naturkatastrophen und Entspannung in Kraftfahrt im Jahr 2025.
  • Kostenentwicklung in Kraftfahrt belastet Kapitalbedarf.

Die deutsche Schaden- und Unfallversicherungsbranche hat zum 31. Dezember 2025 kräftig bei den Eigenmitteln zugelegt und ihre Bedeckungsquote von 262% auf 275% gesteigert.

Wie in den letzten Jahren hat Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) die SFCR-Berichte von 157 Versicherern nach ihrer Veröffentlichung am 8. April 2026 unter die Lupe genommen.

Die Eigenmittel steigen dabei erheblich von 134 Mrd. € auf über 149 Mrd. €, während die Kapitalanforderungen nur leicht von 51 Mrd. € auf 54 Mrd. € zulegen. Die relevante Bedeckung macht einen Sprung auf 275%. Im Vorjahr war sie noch von 264% auf 262% gefallen.

Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig. Ausbleibende Naturkatastrophen im Jahr 2025, die Entspannung im K-Markt und die steigende Zinsstrukturkurve treiben die Eigenmittel in der Versicherungstechnik, während die Kapitalanlagen in der Marktwertsicht von steigenden Aktienkursen bis zum Jahresende 2025 profitieren. Und auch die lange angekündigte Absenkung des Körperschaftssteuersatzes in Deutschland von 15% auf 10% wirft ihren - wenn auch nur kleinen - Schatten voraus.

„Das Ausmaß des Zuwachses an Eigenmitteln ist bemerkenswert“, sagt Tommy Berg, Geschäftsführer von MSK. „In der Solvency II zugrundeliegenden Marktwertsicht ergibt sich ein Ergebnis von über 20% vor Steuern für den gesamten Markt, wovon aufgrund des Vorsichtsprinzips unter HGB wohl nur ein Bruchteil in den Geschäftsberichten zu sehen sein wird.“

„Wer das Haar in der Suppe sucht, wird bei den Versicherern, die überwiegend in der Kraftfahrtversicherung tätig sind, fündig“, ergänzt Lena Porschen, leitende Beraterin bei MSK. „Der K-Markt hat sich zwar im Jahr 2025 deutlich erholt, aber die notwendigen Prämienanpassungen belasten auch die Kapitalanforderungen, die im Standardmodell nach wie vor proportional zu den Beiträgen ermittelt werden. Am Ende heben sich für Versicherer mit einem Schwerpunkt in Kraftfahrt die Effekte fast auf.“

Presseanfragen richten Sie bitte an: 

Pia Waldhof
Telefon: +49 (0)221 42053-0
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Über MSK

Seit 1998 berät Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) aus Köln Versicherungsgesellschaften, Assekuradeure und Industrieunternehmen in versicherungsmathematischen Fragestellungen. 

Mit über 100 Mandanten zählt MSK heute zu den führenden Adressen im deutschsprachigen Raum.